Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

26. Juni 2017

Gleichen sich die Beiträge der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung?

Gleichen sich die Beiträge der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung?

In der privaten Pflege-Pflichtversicherung müssen Menschen Mitglied sein, die privat krankenversichert sind. Die Beiträge sind nicht dieselben wie in der gesetzlichen Versicherung.

Denn der monatlich zu zahlende Beitrag bemisst sich bei privat Versicherten nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Lebensalter, in dem ein Mitglied in die Versicherung eintritt.

Die Höhe der Beiträge ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Die Versicherungsunternehmen berechnen sie so, dass sie die Risiken decken – das heißt im Pflegefall für die Pflege bezahlen – und darüber hinaus noch Geld verdienen können.

Im Jahr 2014 bezahlte ein privat Versicherter im Alter von 52 Jahren einen monatlichen Beitrag zur Pflegeversicherung von 23,23 Euro (Durchschnittspreis aller Versicherungsgesellschaften).
Ist dieser Versicherte statt in der privaten in der gesetzlichen Versicherung (Annahme: er hat Kinder), dann muss er denselben Beitrag von 23,23 Euro monatlich bezahlen, wenn er ca. 2.000 Euro brutto im Monat verdient.

Seit 2013 sind in der privaten Pflege-Pflichtversicherung sogenannte Unisex-Tarife gesetzlich vorgeschrieben, das heißt Frauen und Männer zahlen den gleichen Beitrag. Außerdem dürfen Menschen wegen Vorerkrankungen nicht abgelehnt und bereits pflegebedürftige Personen nicht zurückgewiesen werden. Kinder werden beitragsfrei mitversichert.

Auch Privatversicherte bekommen einen Arbeitgeberzuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung. Für die Pflege wurden im Jahr 2014 maximal 41,51 Euro monatlich als Zuschuss gezahlt, wobei dieser Zuschuss die Hälfte des Gesamtbeitrages nicht überschreiten darf.

Beispiel: Wer wie der oben angeführte 52-Jährige Versicherte 23,23 Euro pro Monat bezahlt, bekommt von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss von 11,62 Euro.
Sozialhilfeempfänger können ebenfalls einen – individuellen – Zuschuss zur privaten Pflege-Pflichtversicherung erhalten.

Wichtig: Bei der maximalen Beitragshöhe wird in der privaten Versicherung zwischen Versicherten unterschieden, die bereits von Anfang an – also seit Einführung der privaten Pflege-Pflichtversicherung zum 1. Januar 1995 – ohne Unterbrechung privat pflegeversichert waren, und solchen, die erst später privat pflegeversichert wurden.

Bei den von Anfang an privat Versicherten ist der Beitrag zur privaten Pflege-Pflichtversicherung auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung, also auf 96,94 Euro monatlich (107,25 Euro für Kinderlose) begrenzt.

Bei den erst nach 1995 in die private Versicherung Eingetretenen gilt für die Dauer von fünf Jahren keine Begrenzung auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung. Somit müssen sie – je nach Alter und Gesundheitszustand – unter Umständen höhere Beiträge bezahlen. Außerdem gibt es für sie auch keine Ehegattenermäßigung (siehe unten).

Nach Ablauf der fünf Jahre darf der Beitrag aber auch bei dieser Gruppe den monatlichen Höchstbeitrag in der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht überschreiten.

Ehegattenermäßigung bedeutet: Wenn von zwei Ehepartnern einer kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen hat, dann darf ihr gemeinsamer Beitrag in der privaten Pflege-Pflichtversicherung nicht höher sein als 1,5 Mal der Höchstbeitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Dieser beträgt ab 2015 monatlich 96,94 Euro.
Der ermäßigte Beitrag in der privaten Pflege-Pflichtversicherung für beide Ehepartner zusammen darf also nicht höher sein als 145,41 Euro monatlich.