Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

26. Juni 2017

Was ist ein Hausnotrufsystem?

Was ist ein Hausnotrufsystem?

Es handelt sich dabei um ein elektronisches Meldesystem. Mit Hilfe eines Funksenders, den der Benutzer als Armband (wie links im Bild) oder um den Hals trägt, und einer sogenannten Teilnehmerstation, die mit dem Telefon verbunden ist, wird eine Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt.

Die Mitarbeiter der Notrufzentrale nehmen Hilferufe rund um die Uhr an und beantworten sie. Das geschieht über die Teilnehmerstation und eine Freisprechanlage. Das heißt der Hilfesuchende kann mit dem Mitarbeiter der Notrufzentrale sprechen, ohne dafür das Telefon abzuheben. Wenn nötig, verständig die Notrufzentrale dann Angehörige, einen Rettungsdienst oder den Notarzt.

Auf Wunsch kann die Notrufzentrale auch vorsorglich überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Dazu wird mit dem Hilfebedürftigen vereinbart, dass er sich in bestimmten Abständen meldet. Geschieht das dann nicht, ruft ihn die Notrufzentrale von sich aus an.

Solche Systeme helfen Menschen, die zwar noch allein in den eigenen vier Wänden leben, die aber durch ihr Alter, durch Krankheit oder Behinderung in ihrer Mobilität beschränkt sind und befürchten müssen, im Notfall das Telefon nicht rechtzeitig erreichen zu können.

Sinnvoll ist der Hausnotruf vor allem dann, wenn jemand Angst hat, auszurutschen oder aus anderen Gründen zu stürzen, wenn es Mühe macht, alleine zu baden oder zu duschen.

Hausnotrufsysteme helfen auch Menschen, die schlecht sehen, schlecht hören oder beides und solchen, die schon einmal einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hatten.

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Hier erfahren Sie, unter welchen Umständen die Pflegekasse ein Hausnotrufsystem bezahlt. (Foto: www.initiative-hausnotruf.de)

Um bei Bedarf schnell Hilfe organisieren zu können, hat die Notrufzentrale alle wichtigen Informationen über ihre Kunden: Adresse, Kontaktdaten von Angehörigen und anderen Bezugspersonen; evtl. auch von Nachbarn, die einen Ersatzschlüssel zur Wohnung haben. Hinzu kommen Infos über Vorerkrankungen und den allgemeinen Gesundheitszustand, Medikamente, individuell verordnete Sofortmaßnahmen oder Hilfepläne.

Es gibt auch Alarmsysteme, die ohne eine Verbindung zur Notrufzentrale auskommen: Sobald der Alarmknopf am Funksender gedrückt wird, wählt das Telefon nacheinander zehn zuvor eingegebene Rufnummern. Und zwar so lange, bis einer der Angerufenen abhebt. Kann der Anrufer anschließend nicht mehr selbst sprechen, nennt das System dem Angerufenen automatisch Name und Adresse des Anrufers.

Einzige Voraussetzung für die Nutzung sämtlicher Hausnotrufsysteme ist ein normaler Telefonanschluss.

Hausnotrufsysteme verfügen über sehr lange Akkulaufzeiten, damit sie auch im Falle eines Stromausfalls noch funktionieren. Für den Fall, dass das Telefon-Festnetz ausfällt, können manche Systeme auch die Mobilfunknetze nutzen.

Die Pflegekasse kann ein Hausnotrufsystem bezahlen, die Krankenkasse aber nicht.

Menschen, die eine Pflegestufe haben, können ein Hausnotrufsystem als technisches Hilfsmittel bei der Pflegekasse beantragen. Dieser Antrag wird dann geprüft, einen automatischen Anspruch auf ein solches System haben Pflegebedürftige nicht.

Voraussetzung für die Bewilligung ist, dass der Antragsteller alleine lebt, dass er möglicherweise mit einem normalen Telefon keine Hilfe rufen kann und das jederzeit eine „lebensbedrohliche Zustandsverschlechterung“ eintreten kann.

Der Anbieter des Hausnotrufsystems muss offiziell von der Pflegekasse anerkannt sein (das sind fast alle).

Sind die Voraussetzungen erfüllt, dann übernimmt die Pflegekasse monatliche Kosten für die Miete des Systems von 18,36 Euro sowie die einmalige Installationsgebühr von 10,49 Euro. Die Beträge überweist die Pflegekasse direkt an den Anbieter des Notrufsystems.

Liegt keine Pflegestufe vor oder bezahlt die Pflegekasse aus anderen Gründen das System nicht, dann kann unter Umständen auch das Sozialamt einspringen. Auch hier gilt: Man kann es beantragen, eine Garantie, dass es bewilligt wird, gibt es nicht.

Die weitaus meisten Nutzer dieser Technik bezahlen ihre Anlage aus der eigenen Tasche. Die Ausgabe lohnt sich fast immer, weil die Anlagen ein Gefühl von Sicherheit und Umsorgtheit vermitteln, das nahezu unbezahlbar ist.

Vor der Auswahl eines Anbieters sollte man andere Nutzer befragen und Empfehlungen einholen.

Sinnvoll ist es, einen Anbieter zu wählen, der nicht allzu weit weg ist von der eigenen Wohnung, damit Hilfe bei Bedarf schnell eintrifft.

In der Regel stehen unterschiedliche Angebotspakete zur Verfügung, einige Anbieter kombinieren den Hausnotruf auch mit anderen Services, etwa einem Weckdienst.

Sinnvoll ist, einen pauschalen, gleichbleibenden Preis zu vereinbaren und auf kurzfristige Kündbarkeit des Vertrags zu achten. Immer inbegriffen sein sollten der Besuch einer Kontaktperson in der Wohnung und die sorgfältige Einweisung in das System.

Wichtig ist auch, im Vorfeld zu klären, wer die Kosten bei einem versehentlichen Auslösen des Notrufsystems trägt.

Gute Hausnotrufsysteme sind eine echte Alternative zum Umzug in eine Anlage für betreutes Wohnen. Die Einrichtungen werben häufig mit einer Notfallbereitschaft rund um die Uhr. Dabei lässt sich eine vergleichbare Sicherheit heute mit Hilfe moderner Hausnotrufsysteme auch in der eigenen Wohnung herstellen.

Unter dem Namen „Betreutes Wohnen zuhause“ bieten darüber hinaus viele ambulante Pflegedienste eine Kombination aus ambulanter Pflege und Hausnotruf an.

Auf der Seite der Initiative Hausnotruf erfahren Sie noch mehr über diese Systeme und ihre Möglichkeiten.