Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

23. Oktober 2017

Was sind niedrigschwellige Betreuungsangebote?

Was sind niedrigschwellige Betreuungsangebote?

Als niedrigschwellige Betreuungsangebote bezeichnet man organisierte Hilfen für pflegebedürftige Menschen, die nicht von einem Pflegedienst erbracht werden.

Es kann sich dabei um Haushaltshilfen handeln, die kochen und aufräumen oder um Alltagsbegleiter, die mitgehen zum Friedhof oder auf ein Amt.

Bisher bekamen nur Demenzkranke Geld für solche Alltagshilfen, ab dem 1. Januar 2015 können es alle Pflegebedürftigen erhalten. Für Pflegebedürftige ohne Demenz gibt es dafür monatlich 104 Euro, Demenzkranke bekommen je nach Schwere der Beeinträchtigung 104 oder 208 Euro (bisher: 100 oder 200 Euro). Voraussetzung ist, dass im Pflegegutachten ein „erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf“ festgestellt worden ist.

Viel ist das nicht. Allerdings kann das Geld auch als kleine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Helfer verwendet werden, Freunde oder Nachbarn zum Beispiel.

Und, ganz wichtig: Ab 2015 können Pflegebedürftige darüber hinaus bis zu 40 Prozent des Pflegesachleistungsbetrags (also des Geldes, das bisher der ambulante Pflegedienst bekommt) für solche niedrigschwelligen Hilfsangebote verwenden. Es besteht dann zum  Beispiel die Möglichkeit, den Pflegedienst statt zweimal nur noch einmal täglich kommen zu lassen und das gesparte Geld für selbst organisierte Hilfen zu verwenden.

Ziel dieser neuen Bestimmung ist es, wegzukommen von der über-professionalisierten Minutenpflege und hin zu mehr Selbstbestimmung der Hilfebedürftigen. Die Regelung ist ein echter Fortschritt, der Pflegebedürftigen und ihren Familien dabei helfen wird, ein flexibles Netzwerk von Hilfen aufzubauen.