Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

23. Oktober 2017

Was versteht man unter haushaltsnahen Dienstleistungen?

Was versteht man unter haushaltsnahen Dienstleistungen?

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Tätigkeiten im Haushalt, für die eine Dienstleistungsfirma oder ein selbständiger Dienstleister in Anspruch genommen wird, anstatt sie selbst auszuführen.

Das Putzen der Wohnung kann dazugehören, Gartenpflege, Kinderbetreuung und auch Aufwendungen für die Pflege und Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen.

Wer solche haushaltsnahen Dienstleistungen aus der eigenen Tasche bezahlt, kann 20 Prozent des Lohns für den beauftragten Dienstleister von der Steuer abziehen – bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro jährlich. Der Lohn darf allerdings nicht bar bezahlt worden sein und es müssen Rechnungen vorliegen.

Ebenfalls abzugsfähig sind haushaltsnahe Handwerkerleistungen. Hier können ebenfalls 20 Prozent des Lohns abgezogen werden inklusive Fahrtkosten, nicht aber Materialkosten. Die Höchstgrenze beträgt hier 1.200 Euro pro Jahr.

Genutz werden können diese Steuererleichterungen zum Beispiel für den altersgerechten Umbau der Wohnung.

Wer haushaltsnahe Dienstleistungen im Zusammenhang mit Pflege und Betreuung nicht selbst bezahlen kann oder will, hat auch die Möglichkeit, sogenannte niedrigschwellige Betreuungsangebote in Anspruch zu nehmen. Hierunter versteht man organisierte Hilfen für pflegebedürftige Menschen, die nicht von einem Pflegedienst erbracht werden.

Es kann sich dabei um Haushaltshelfer handeln, die kochen und aufräumen oder um Alltagsbegleiter, die mitgehen zum Friedhof oder auf ein Amt.

Bis Ende 2014 bekamen nur Demenzkranke von der Pflegekasse Geld für solche Alltagshilfen, ab dem 1. Januar 2015 können es alle Pflegebedürftigen erhalten. Für Pflegebedürftige ohne Demenz gibt es dafür monatlich 104 Euro, Demenzkranke bekommen je nach Schwere der Beeinträchtigung 104 oder 208 Euro (bisher: 100 oder 200 Euro).

Und, ganz wichtig: Zusätzlich können Pflegebedürftige ab 2015 bis zu 40 Prozent des Pflegesachleistungsbetrags (also des Geldes, das bisher der ambulante Pflegedienst bekommt) für solche niedrigschwelligen Hilfsangebote verwenden.
Es besteht dann zum  Beispiel die Möglichkeit, den Pflegedienst statt zweimal nur noch einmal täglich kommen zu lassen und das gesparte Geld für selbst organisierte Hilfen zu verwenden.