Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

24. August 2017

Wer bezahlt mir den altersgerechten Umbau der Wohnung?

Wer bezahlt mir den altersgerechten Umbau der Wohnung?

Wer seine Wohnung umbauen möchte, um trotz Pflegebedürftigkeit oder Behinderung weiterhin daheim leben zu können, kann dafür eine ganze Reihe von Zuschüssen bekommen.

Der behinderten- oder altersgerechte Umbau wird aus fünf verschiedenen Quellen gefördert: Geld kann von der Pflegeversicherung, der Rentenversicherung oder dem Integrationsamt, von einer Unfallversicherung, vom Sozialamt oder aus anderen öffentlichen Kassen kommen.

Hier lesen Sie, wer wann was bezahlt.

Förderung des Wohnungsumbaus durch die Pflegeversicherung:

Personen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, also eine Pflegestufe haben, können einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen.

Für Rollstuhlrampen, begehbare Duschen oder die Verbreiterung von Türen, die es Pflegebedürftigen ermöglichen, im eigenen Zuhause oder in einer Pflegewohngemeinschaft zu bleiben, gibt es seit dem 1. Januar 2015 bis zu 4.000 Euro (vorher: 2.557 Euro) pro Maßnahme.

Als eine Maßnahme gelten alle Umbauten und Veränderungen in und an der Wohnung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verbesserung der Pflegesituation durchgeführt werden.

Läßt also ein Pflegebedürftiger, der ab sofort auf einen Rollstuhl angewiesen ist, gleichzeitig außen am Haus eine Rampe anbringen und innen eine Dusche mit bodengleichem Zugang einbauen, dann gilt beides gemeinsam als EINE Maßnahme.

Ändert sich dagegen später die Pflegesituation erneut und werden dadurch erneut Umbauten erforderlich, dann können diese als NEUE Maßnahme wieder mit bis zu 4.000 Euro gefördert werden.

Seit dem 1. Januar 2015 muss der Pflegebedürftige keine Zuzahlung für Umbaumaßnahmen mehr leisten. Kostet eine Maßnahme deutlich mehr als die geförderten 4.000 Euro, kann die KfW-Bank zusätzlich Kredite bereitstellen.

Leben mehrere Pflegebedürftige gemeinsam in einer Wohnung, können sie gemeinsam bis zu 16.000 Euro pro Maßnahme erhalten.

Förderung des Wohnungsumbaus durch Rentenversicherung und Integrationsamt:

Berufstätige Menschen mit Behinderungen haben Anspruch auf Kostenübernahme der behindertengerechten Umgestaltung der Wohnung durch Rentenversicherung oder Integrationsamt. Ziel der Umgestaltung muss dabei aber zwingend die Erlangung oder Erhaltung des Arbeitsplatzes sein.

Bei über 15-jähriger Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung ist hierfür die Deutsche Rentenversicherung Bund bzw. die Deutsche Rentenversicherung Nord zuständig. Für Arbeitnehmer, die nach dem Eintritt ihrer Behinderung eine Arbeit aufnehmen oder weniger als 15 Jahre eingezahlt haben, ist das Integrationsamt zuständiger Ansprechpartner.

Für behinderte Freiberufler, Selbständige und Beamte ist ebenfalls das Integrationsamt zuständiger Kostenträger. Die gewährten Darlehen oder Zuschüsse sind einkommensabhängig und unterliegen einer Höchstgrenze.

Förderung des Wohnungsumbaus durch die Unfallversicherung:

Ist eine Pflegebedürftigkeit oder Behinderung auf einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen, sind die Berufsgenossenschaften bzw. Unfallkassen zuständige Kostenträger. Die Rehabilitation der Versicherten wird mit allen Mitteln durchgeführt. Für nötige und mögliche Umbaumaßnahmen der Wohnung oder des Hauses werden die Kosten ohne Begrenzung übernommen. Die Leistungen sind einkommens- und vermögensunabhängig.

Förderung des Wohnungsumbaus durch das Sozialamt:

Die Beschaffung und Erhaltung, also auch der notwendige Umbau, von Wohnraum älterer Menschen oder Menschen mit Behinderung, kann finanziell unterstützt werden.

Leistungen aus der Sozialhilfe (SGB XII) können immer erst dann geltend gemacht werden, wenn kein anderer Kostenträger zuständig ist. Zudem sind die Leistungen vom Sozial- und Grundsicherungsamt immer einkommens- und vermögensabhängig und können eventuell auch nur als Darlehn gewährt werden.

Förderung des Wohnungsumbaus aus anderen öffentlichen Töpfen:

Gegebenenfalls können für notwendige Umbaumaßnahmen die Förderungen vom Staat oder den Wohnungsämtern in den Baubehörden der jeweiligen Bundesländer im Rahmen der Wohnungsbauförderung gewährt werden. Zuständige Ansprechpartner sind in diesem Fall Vertretungen der Länder und Kommunen. Das Angebot und die Kriterien der jeweiligen Förderprogramme unterscheiden sich stark und sind oft auch zeitlich begrenzt. Hier ist es unerlässlich, sich im eigenen Bundesland oder der Kommune zu erkundigen.

Eine Übersicht der Förderrichtlinien der Bundeländer finden Sie auf diesem Portal der Verbraucherzentrale.

Die KfW Bankengruppe bietet unter anderem das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen – Kredit“ an, welches zinsgünstige Kredite bis 50.000 € bereitstellt.