Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

23. Oktober 2017

Wie hoch ist der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung?

Wie hoch ist der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung?

Am 1. Januar 2015 ist der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens gestiegen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlen davon jeweils die Hälfte.

Als beitragspflichtiges Einkommen bezeichnet man alle Einkommen aus Arbeit, aus Renten oder aus sogenannten Direktversicherungen.
Bei Angestellten bezahlt der Arbeitgeber von den 2,35 Prozent die Hälfte. Das heißt ein Angestellter bezahlt 1,175 Prozent seines Einkommens für die Pflegeversicherung.

Menschen ohne Kinder bezahlen einen Zuschlag von 0,25 Prozent. Ausgenommen davon sind Kinderlose, die jünger als 23 Jahre sind und solche, die vor dem 1. Januar 1940 geboren wurden.

An dem Zuschlag für Kinderlose beteiligt sich der Arbeitgeber nicht.
Das bedeutet: Für Arbeitnehmer ohne Kinder beläuft sich der Betrag auf 1,425 Prozent des Einkommens (1,175 + 0,25),

In Sachsen gilt eine Sonderregelung, hier ist der Anteil des Arbeitgebers kleiner: Angestellte ohne Kinder bezahlen deshalb 1,925 Prozent, solche ohne Kinder 1,675 Prozent ihres Einkommens für die Pflegeversicherung.

Selbständige ohne Kinder bezahlen 2,6 Prozent (2,35 + 0,25).

Rechenbeispiel für Arbeitnehmer: Wer 2000 Euro brutto verdient und Kinder hat, bezahlt 23,50 Euro im Monat an die Pflegekasse, ohne Kinder sind es 28,50 Euro.

Ist die Höhe des Beitrags nach oben begrenzt?

Ja. Wer mehr verdient, bezahlt also – in absoluten Beträgen – auch mehr in die Pflegekasse ein. Allerdings ist der Zuwachs durch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt.

Diese Grenze liegt in der Pflegeversicherung bei 4.125 Euro monatlich. Ab dieser Verdiensthöhe steigt der Beitrag nicht mehr an, sondern er bleibt gleich. Wer also 4.125 Euro monatlich verdient, der bezahlt genauso viel wie jemand, der 6.000 Euro verdient.

In absoluten Zahlen liegt der Höchstbetrag für Menschen mit Kindern bei 96,94 Euro monatlich. Angestellte zahlen davon die Hälfte, also 48,47 Euro.
Für Angestellte ohne Kinder liegt der Höchstbetrag bei 58,78 Euro monatlich.

Kann man von der gesetzlichen in die private Pflegeversicherung wechseln?

Wer angestellt ist und mehr als 4.575 Euro pro Monat verdient, kann von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Damit ist er auch nicht mehr Mitglied in der gesetzlichen Pflegeversicherung, muss sich dann aber privat pflegeversichern.

Ein solcher Wechsel von der gesetzlichen in die private Pflegeversicherung ist dann nicht möglich, wenn jemand bereits pflegebedürftig ist und schon Geld von der gesetzlichen Pflegeversicherung bekommen hat.

Mit dem zweiten „Pflegestärkungsgesetz“ – von dem noch niemand genau weiß, wann es in Kraft tritt – sollen die Beiträge zur Pflegeversicherung nochmals um 0,2 Prozentpunkte steigen.
Frühestens wird das zum 1. Januar 2016 der Fall sein.