Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

18. November 2017

Wie viel bezahlt die Pflegeversicherung in welcher Pflegestufe?

2,34 Millionen Menschen in Deutschland bekommen Geld von der Pflegeversicherung, knapp 717.000 davon leben in Heimen.

Wer Geld bekommen möchte, muss einen Antrag bei der Pflegeversicherung stellen, die er über die Geschäftsstelle der eigenen Krankenkasse erreicht.

Anschließend besucht ein Sachverständiger den Betroffenen und erstellt ein Gutachten.

Auf dessen Basis entscheidet die Pflegekasse über die so genannte Pflegestufe.

Wie viel Geld die Kasse einem Menschen zahlt, hängt von seiner Pflegestufe ab.

Die Pflegestufen:

In Pflegestufe I werden Menschen mit einer “erhebliche Pflegebedürftigkeit” eingruppiert. Das bedeutet, dass sie einen Hilfebedarf von mindestens 90 Minuten pro Tag haben, wovon mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen.

In Pflegestufe II werden Menschen mit einer “schweren Pflegebedürftigkeit” eingruppiert. Das bedeutet, dass sie einen Hilfebedarf von mindestens 180 Minuten pro Tag haben, wovon mindestens 120 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen.

In Pflegestufe III werden Menschen mit “schwerster Pflegebedürftigkeit” eingruppiert. Das bedeutet, dass sie einen Hilfebedarf von mindestens 300 Minuten pro Tag haben, wovon mindestens 240 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen und auch nachts zwischen 22 und 6 Uhr regelmäßig Grundpflege anfallen muss.

Die monatlichen Leistungen:

 

Pflege zu Hause

Der Pflegebedürftige kann

1. die sogenannte Sachleistung wählen.

Das bedeutet, dass er kein Geld bekommt, sondern die Pflegeversicherung zahlt für bestimmte Leistungen wie Waschen oder Anziehen direkt an den ambulanten Pflegedienst.

Dieser bekommt folgende Beträge je nach Pflegestufe (monatlich):

Stufe I.: 450 €

Stufe II.: 1100 €

Stufe III.: 1550 €

Der Pflegebedürftige kann

2. das sogenannte Pflegegeld wählen.

Pflegebedürftige, die sich von ihren Angehörigen zu Hause pflegen lassen wollen, ohne einen professionellen Dienst in Anspruch zu nehmen, bekommen von der Versicherung Bargeld, über das sie frei Verfügen können.

Die monatlichen Beträge nach Pflegestufen:

Stufe I.: 235 €

Stufe II.: 440 €

Stufe III.: 700 €

Familien, die dieses Pflegegeld erhalten, bekommen in regelmäßigen Abständen sogenannte Qualitätssicherungsbesuche von einem Pflegedienst ihrer Wahl.

 

Teilstationäre Pflege

ist die zeitweise Betreuung eines Pflegebedürftigen über Tag oder über Nacht in einer Tagespflegeeinrichtung oder in einem Heim.

Unterkunft und Verpflegung müssen in diesem Fall privat bezahlt werden.

Für die Pflege bezahlt die Pflegekasse folgende Beträge an die Einrichtung (monatlich):

Stufe I.: 450 €

Stufe II.: 1100 €

Stufe III.: 1550 €

Sowohl bei der Pflege zu Hause als auch bei der teilstationären Pflege können sich Familien auch für eine Kombinationsleistung entscheiden.

In diesem Fall geht ein Teil des Geldes der Versicherung direkt an den Pflegedienst – zum Beispiel fürs Anziehen. Den Rest bekommt der Pflegebedürftige beziehungsweise seine Familie in Bar zur freien Verfügung.

 

Pflege in einem Heim (vollstationäre Pflege)

In diesem Fall zahlt die Pflegekasse monatlich einen pauschalen Betrag an das Pflegeheim (unabhängig davon, wie viel das Heim tatsächlich kostet).

Die Beträge nach Pflegestufen (monatlich):

Stufe I.: 1023 €

Stufe II.: 1279 €

Stufe III.: 1550 €

Stufe III. (Härtefall): 1918 €

 

Geld für sogenannte zusätzliche Betreuungsleistungen

können seit Mitte 2008 auch Menschen erhalten, die zwar keine Pflegestufe haben, aber dennoch einen „erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf“.

Diese Regelung wurde vor allem für Demenzkranke geschaffen.

Je nachdem, wie groß deren zusätzlicher Betreuungsbedarf ist, können sie auf Antrag 100 oder 200 Euro pro Monat erhalten, um mit diesem Geld Hilfen bezahlen zu können.

Mit dem „Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz“ wurden diese

Leistungen ab 1. Januar 2013 weiter erhöht. So kann es für Demenzkranke ohne Pflegestufe zusätzlich auch Pflegegeld in Höhe von 120 Euro geben. Kommt ein ambulanter Pflegedienst zum Einsatz, dann sind dafür maximal 225 Euro monatlich vorgesehen.

Diese zusätzlichen Leistungen sind mit denen für einen „erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf“ kombinierbar. Das bedeutet, dass Demenzkranke ohne Pflegestufe Leistungen von maximal 425 Euro monatlich erhalten können.

Erhöht wurden am 1. Januar 2013 auch die Leistungen in den Pflegestufen I bis II bei Demenz:

In Pflegestufe I betragen das Pflegegeld für Demenzkranke 305 Euro monatlich und die Sachleistung (das heißt die Vergütung für einen Pflegedienst) 665 Euro.

In Pflegestufe II erhalten Demenzpatienten 525 Euro Pflegegeld und 1.250 Euro an Pflegesachleistungen – im Gegensatz zu den für alle anderen Pflegebedürftigen geltenden 440 bzw. 1.100 Euro.