Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

26. Juni 2017

Wie viel kostet ein Pflegeheimplatz?

Wie viel kostet ein Pflegeheimplatz?

Ein Pflegeheimplatz in Deutschland kostete 2011 im Durchschnitt zwischen 2500 und 3400 Euro pro Monat. Heißt: In Pflegestufe 1 kostet er durchschnittlich 2500 Euro, in Pflegestufe 3 durchschnittlich 3400 Euro (laut Statistischem Bundesamt).

Andere, meist höhere, aus unterschiedlichsten Quellen seit Jahren verbreitete Zahlen entsprechen nicht den Tatsachen.

Die Preise sind in den zurückliegenden Jahren drastisch gestiegen: Im Jahre 2005, also sechs Jahre zuvor, lagen die Durchschnittspreise noch zwischen 1854 (Pflegestufe 1) und 2706 Euro (Pflegestufe 3).

Regional sind die Kosten höchst verschieden, Nordrhein-Westfalen ist am teuersten, Sachsen-Anhalt am billigsten.

Wodurch die Differenzen genau zustande kommen, ist unklar. Ein direkter Zusammenhang zwischen Ausstattung/Lage und Preis existiert nicht und dafür, dass Heime auf dem Land grundsätzlich teurer sind als in der Stadt, gibt es keine Belege. Auch die Differenz bei den Personalkosten zwischen Ost und West kann die großen Unterschiede nicht hinreichend erklären.

Der einzige Zusammenhang zwischen Qualität und Preis liegt in den sogenannten Investitionskosten. Dabei handelt es sich um die Kosten für den Bau des Heims. Diese Kosten dürfen Heimbetreiber zum Teil an die Bewohner weitergeben.

Bei neueren Heimen sind diese Investitionskosten höher, was in der Regel auch den Preis des Heimplatzes insgesamt erhöht.

„Seniorenresidenz“ ist eine Marketingbezeichnung, hinter der keine konkreten Qualitätsstandards stehen. Eine „Seniorenresidenz“ ist keineswegs automatisch besser oder teurer als ein „Altenpflegeheim“.

EIN Grund für die großen Preisunterschiede dürfte schlicht im unterschiedlichen Geschick der Heimträgen beim Verhandeln der Preise mit Pflegekassen und Sozialämtern (den „Kostenträgern“) liegen. Beziehungsweise in der unterschiedlichen Bereitschaft dieser Kostenträger, die geforderten Preise zu bezahlen.

Übrigens sind die geforderten Preise für Heimplätze oft verhandelbar. Denn nichts ist für die Betreiber schlimmer (und teurer) als ein leeres Bett.