Antworten zu häuslicher Pflege,
Gesundheit und Wohnen im Alter

26. Juni 2017

Jens Spahn (CDU) diskutiert mit rappendem Altenpfleger

Jens Spahn (CDU) diskutiert mit rappendem Altenpfleger

Mittlerweile hat es sich ja bis in den Bundestag rumgesprochen, dass die Kids lieber YouTube gucken als TV. Angela Merkels Gespräch mit LeFloid war dabei nicht der erste Versuch von Politikern, via Internet mit Menschen unter 60 ins Gespräch zu kommen.

Vor etwas Längerem traf der CDU-Pflege- und Gesundheitspolitiker Jens Spahn den rappenden Altenpfleger Dena, einen schlauen und sympathischen Jungen, der anschaulich schildert, wie (personell) unerträglich und belastend seine Arbeit im Altenheim ist. Und warum er sicher ist, dass sein Rücken das niemals bis zur Rente mitmachen wird.

Wie Jens Spahn die Lage verbessern will? Da kommt nicht viel. Mehr Auszubildende sollen her, aber das werde noch ein paar Jahre dauern (7:30). Bis dahin gebe es ja zusätzlich zum Fachpersonal Betreuungskräfte, insgesamt 45.000 sind für ganz Deutschland geplant.

Blöd nur, dass Spahn nicht weiß, dass angelernte Betreuungskräfte kein Essen anreichen dürfen im Heim (2:30) – obwohl darüber seit Jahren diskutiert wird. Vermutlich weiß er auch nicht, dass Betreuungskräfte trotz gesetzlichen Verbots systematisch für solche und andere Altenpflege-Tätigkeiten missbraucht werden.
Das hatte schon 2012  der Bundesverband der Krankenkassen (GKV) in einer Untersuchung zutage gefördert. Zum gleichen Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Umfrage der Selbsthilfe-Initiative Heim-Mitwirkung.

Übernehmen Betreuungskräfte, die eigentlich für Spaziergänge oder zum Vorlesen engagiert worden sind, Pflegetätigkeiten, dann ist das ungesetzlich und außerdem Abrechnungsbetrug. Übernehmen sie diese Tätigkeiten aber nicht, dann stellt ihr Einsatz für Altenpfleger Dena keine Hilfe dar.

Der einzige Vorschlag, den CDU-Mann Jens Spahn für die Entlastung der AltenpflegerInnen auf Lager hat, ist also aus Sicht der Adressaten nutzlos…